15.05.2014

Der BDO redet mit

Diskussion über Organspende: Fricke, Kliem, Gückel, Rundt, Kaufmann, Duttge und Kollmar (von links).  © Hinzmann

Göttingen. Die Zahl der Menschen, die bereit sind, ihre Organe zu spenden, ist in Niedersachsen seit Jahren rückläufig. „Und das nicht erst seit der Aufdeckung des Organskandals“, sagte Volker Kliem, Leiter des Transplantationszentrums in Hann. Münden. „Der Vertrauensverlust hat schon vorher eingesetzt“.

Es gebe aber Hoffnung, „dass dieser Trend zur Ruhe kommt“, so Matthias Kaufmann von der Deutschen Stiftung Organspende (DSO). Nach Angaben von Rundt und Kaufmann ist die Anzahl der Organspender in Niedersachsen von 100 im Jahr 2011 auf 63 im vergangenen Jahr gesunken. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres hätten nur zwölf Menschen ein Organ gespendet.

Dafür, dass sich mehr Menschen mit diesem Thema beschäftigen, will sich die Ministerin einsetzen. „Wir haben es zum Thema im Landtag gemacht, es wird auch auf Bundesebene diskutiert“, so Rundt.

Vertrauen der Bürger stärken

Die Frage von Moderator und Tageblatt-Redakteur Jürgen Gückel, ob denn nicht ein so genanntes Widerspruchsrecht (jeder, der nicht widerspricht, ist automatisch Spender) sinnvoll wäre, beantwortete Medizinrechtler Gunnar Duttge. „Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt höchst unklug“, sagte er.

Das Vertrauen der Bürger in die Organspende müsse gestärkt werden, da waren sich alle Podiumsteilnehmer einig. Dafür, dass sich die Bürger damit beschäftigen, setzt sich auch Peter Fricke ein. Er selbst lebt mit einem Spenderherz, seine Tochter ebenfalls.

„Wer bereit ist, ein Organ zu nehmen, muss auch bereit sein, eines zu geben“, fordert Fricke. Er sieht den Organskandal auch als Chance, „es gab viele positive Auswirkungen“, sagte er.

Zum Beispiel: „Schonungslose Aufklärung“, so Otto Kolmar, Leitender Transplantationschirurg am Göttinger Uniklinikum. Dort gebe es heute ein „stabiles kleines Transplantationszentrum“, das nach strengen Richtlinien arbeite.

Einsatz von Transplantationsbeauftragten

Die Experten aus dem Podium sind sich zudem einig, dass der Einsatz von unabhängig arbeitenden Transplantationsbeauftragten ein wichtiger Schritt sei, ebenso die psychologische Betreuung von Patienten und Angehörigen. „Ich habe seit zehn Jahren einen Psychiater, der mich betreut“, sagte Fricke.

Hans Martin Wirth und Thorsten Bussmann, beide Patienten, die mit Spenderorganen leben, werben ebenfalls dafür, sich mit dem Thema zu beschäftigen. „Man wird schneller zum Empfänger als mit Ausweis zu einem Spender“, sagte Bussmann.

Der Göttinger musste nach einem Unfall Leber-transplantiert werden. Er fühlte sich in Göttingen „ärztlich und psychologisch gut beraten“. Jeder solle sich fachlich informieren und emotional mit der Organspende auseinander setzen, so die Ministerin. „Das sollte man nicht seinen Angehörigen aufhalsen“, so Rundt.

Quelle: Göttinger Tageblatt

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