BPtK: Trotz Corona - Psychotherateut*innen weiter erreichbar
Beratung und Behandlung kann per Telefon fortgesetzt werden

Berlin, 6. April 2020: Ab sofort können Psychotherapeut*innen die Beratung und Behandlung von psychisch kranken Patient*innen auch telefonisch fortsetzen. „Dies ist eine dringend notwendige bundesweite Lösung, für die Patient*innen, die aufgrund der Coronakrise nicht mehr in die Praxen kommen können oder nicht über die Technik für Online-Videogespräche verfügen“, stellt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), fest. „Damit ist sichergestellt, dass Patient*innen, die sich aufgrund einer psychischen Erkrankung bereits in Behandlung befinden, wei-ter psychotherapeutisch versorgt werden können.“

Unverständlich ist jedoch, dass dies nur für Patient*innen gilt, die in den vergangenen 18 Monaten bereits bei einer Psychotherapeut*in waren. Patient*innen, die neu erkranken, sind damit ausge-schlossen. Für die ersten diagnostischen Gespräche müssen sie zumindest in die Video-Sprechstunde einer Psychotherapeut*in. „Gerade ältere Patient*innen verfügen jedoch häufig nicht über die dafür notwendigen technischen Voraussetzungen. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass Neuerkrankte wäh-rend der Coronakrise von psychotherapeutischer Beratung und Behandlung abgeschnitten werden. Dies ist nicht zu verantworten. In dieser Notsituation brauchen wir telefonische Versorgung für alle.“ Einzelne Kassenärztliche Vereinigungen haben schon solche patientengerechten Lösungen geschaffen.

Mit der Coronakrise nimmt der Versorgungsbedarf aufgrund behandlungsbedürftiger Depressionen und Angststörungen voraussichtlich zu. Die häusliche Enge in den Familien und finanzielle Existenz-ängste verunsichern viele Menschen stark. Wer länger oder stärkere psychische Beschwerden hat, sollte sich nicht scheuen, sich an eine Psychotherapeut*in zu wenden.

Während der Coronakrise: Der Weg zum Psychotherapeuten

  • Eine psychotherapeutische Beratung und Behandlung kann grundsätzlich auch weiter in den psychotherapeutischen Praxen stattfinden, auch trotz Ausgangsbeschränkungen und Kon-taktverboten. Die Behandlung einer psychischen Erkrankung gehört zur medizinisch dringend notwendigen Versorgung. Patient*innen können deshalb weiter Termine für eine Behandlung von Angesicht zu Angesicht machen oder bestehende Termine wahrnehmen, wenn sie keine Erkältungssymptome und sich nicht mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Praxen halten alle notwendigen Hygienestandards ein, die dafür notwendig sind. 
  • Wem es nicht möglich ist, in die Praxis zu kommen, kann eine Online-Behandlung per Video-gespräch angeboten werden. Dafür benötigen die Patient*innen z. B. ein Tablet, einen Lap-top oder PC.
  • Wer über keines dieser Geräte oder keine ausreichend stabile Internetverbindung verfügt, kann sich auch per Telefon an eine Psychotherapeut*in wenden. Wer in den vergangenen 18 Monaten bereits bei einer Psychotherapeut*in war, kann auch weiter telefonisch behandelt werden.
  • Wer erstmals aufgrund psychischer Beschwerden Hilfe bei einer Psychotherapeut*in sucht, muss zunächst in die psychotherapeutische Sprechstunde. Diese kann in der Praxis oder per Video-Gespräch erfolgen. Die Psychotherapeut*in muss die Patient*in weiterhin zur Diagnostik sehen. Eine rein telefonische Beratung, ob eine Behandlung notwendig ist, ist nicht möglich.

 

 

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Pressemitteilung

BPtK: Trotz Corona - Psychotherapeut*innen weiter erreichbar

Beratung und Behandlung kann per Telefon fortgesetzt werden.

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Pressemitteilung vom 17.3.2020

Begrenzung von Videobehandlung aufgehoben
Psychotherapeutische Versorgung während der Corona-Epidemie

Berlin, 17. März 2020: Psychisch kranke Menschen brauchen während der Corona-Epidemie weiter eine psychotherapeutische Versorgung. Deshalb muss es kurzfristig ermöglicht werden, psychothera-peutische Sprechstunden und Behandlungen auch online per Videotelefonat oder per Telefon durch-zuführen. „Wir begrüßen sehr die schnelle Entscheidung, die Begrenzungen von Online-Videobe-handlungen aufzuheben“, betont Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkam-mer (BPtK), zu der gestrigen Entscheidung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des Spitzen-verbands der gesetzlichen Krankenkassen. Danach sind Online-Behandlung per Video nicht mehr auf 20 Prozent der Patient*innen und Leistungen limitiert. Die neue Regelung gilt vorläufig ab dem 1. Ap-ril 2020.

„Dadurch können laufende Behandlungen fortgesetzt werden, auch wenn Patient*innen am Corona-Virus erkrankt sind oder sich nicht dem Ansteckungsrisiko im öffentlichen Personennahverkehr aus-setzen wollen“, erklärt BPtK-Präsident Munz. „Videobehandlungen bieten grundsätzlich die Chance, die psychotherapeutische Versorgung weiter ohne den unmittelbaren Kontakt zwischen Patient*in-nen und Psychotherapeut*innen sicherzustellen.“
„Wir müssen aber insbesondere auch Akut-Patient*innen weiterversorgen können, auch wenn sie sich in Quarantäne befinden“, betont Munz. Die BPtK fordert daher, auch Akutbehandlungen per Vi-deotelefonat zu ermöglichen.

Die BPtK dringt deshalb darauf,

- Akutbehandlung per Video anbieten zu können,
- sofern eine Behandlung per Video nicht möglich ist, auch Behandlungen per Telefon zu er-möglichen,
- befristet Sprechstunden und probatorische Gespräche per Video zu ermöglichen.


Ab 1. April 2017: Neue psychotherapeutische Sprechstunde
Kurzfristige und umfassende Beratung bei psychischen Beschwerden

Ab dem 1. April 2017 können sich Menschen mit psychischen Beschwerden kurzfristig und umfassend bei einem Psychotherapeuten beraten lassen. Dafür bieten Psychotherapeuten ab dem nächsten Monat eine Sprechstunde an, die es bisher nicht gab. Ratsuchende können dadurch deutlich schneller als bislang einen ersten Termin erhalten.

"Für Patienten sind die langen Wartezeiten auf ein erstes Gespräch bei einem Psychotherapeuten damit Vergangenheit", erklärt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). "Zukünftig ist es möglich, beim Psychotherapeuten kurzfristig abklären lassen, wie psychische Beschwerden einzuschätzen sind". Der Psychotherapeut ist damit ein zeitnah erreichbarer Ansprechpartner für alle psychischen Beschwerden und Krankheiten, bei denen ein Patient selbst nicht mehr weiter weiß."

Insgesamt erhöht sich danach jedoch nicht die Zahl der Behandlungsplätze, sondern sie wird eher noch knapper. Viele Patienten werden im Anschluss an die Sprechstunde weiterhin lange warten müssen, bis sie eine ambulante Psychotherapie beginnen können.

In einer psychotherapeutischen Sprechstunde erfährt der Patient zum Beispiel:

·         Wie sind meine psychischen Beschwerden einzuschätzen?

·         Was kann ich selbst tun, damit es mir psychisch wieder besser geht?

·         Welche weitere Beratung kann ich nutzen?

·         Brauche ich eine Kurz- oder Langzeittherapie, weil ich an einer psychischen Erkrankung leide?

·         Benötige ich besonders schnell Hilfe und deshalb eine Akuttherapie?

·         Ist eine Überweisung in ein Krankenhaus ratsam?

·         Bin ich weiter arbeitsfähig?

·         Ist meine Erwerbsfähigkeit gefährdet?

·         Ist eine Einzel- oder Gruppentherapie besser für mich geeignet?

Jeder gesetzlich Krankenversicherte kann sich in einer psychotherapeutischen Sprechstunde beraten lassen. Dafür sollte er telefonisch einen Termin verabreden und zum Gespräch seine Versichertenkarte mitbringen. Ein Antrag bei der Krankenkasse ist nicht notwendig.

 Download:

·       Pressemitteilung der BPtK: Ab 1. April: Neue psychotherapeutische Sprechstunde - Kurzfristige und umfassende Beratung bei psychischen Beschwerden

http://www.bptk.de/uploads/media/20170327_pm_bptk_sprechstunde.pdf

Weiterführende Informationen:

·      Praxis-Info "Psychotherapeuten-Richtlinie":
http://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/BPtK_Infomaterial/Praxisinfo_Psychotherapie_Richtlinie/20170322_praxisinfo_psychotherapie-richtlinie.pdf

·      Richtlinie des Gemeinsamen Bundesauschusses über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie)
https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1266/PT-RL_2016-11-24_iK-2017-02-16_WZ.pdf

·      "Therapeuten müssen Sprechstunden anbieten"

Verband: Wartezeiten bleiben.

Artikel der Badischen Zeitung vom 31.3.2017

http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/sprechstunde-auch-in-der-psychotherapie--135150461.html


Psychotherapie in der gesetzlichen Krankenversicherung

Ein Leitfaden für Hilfesuchende - dankenswerterweise zusammengestellt von der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen auf Wunsch des BDO

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten

Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen und der meisten privaten Krankenversicherungen. Patienten können einen Psychotherapeuten direkt konsultieren. Sie benötigen keine ärztliche Überweisung. Von der Kassenärztlichen Versorgung getragen werden die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie und Verhaltenstherapie.

Erste Gespräche

Der Patient sollte gleich zum ersten Gespräch seinen Versichertenausweis mitbringen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen grundsätzlich die Kosten für die ersten fünf Gesprächstermine je 50 Minuten auch ohne Antrag, bei der analytischen Psychotherapie die Kosten für die ersten acht Sitzungen. Während dieser ersten Probesitzungen ("probatorischen Sitzungen") können sich Patient und Psychotherapeut kennen lernen. Der Patient sollte überprüfen, ob er vertrauensvoll mit dem Psychotherapeuten sprechen kann. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und Psychotherapeut ist eine wichtige Basis für den Behandlungserfolg. Bei dieser Entscheidung sollte der Patient durchaus auf sein Gefühl achten. Wenn er sich noch unsicher ist, sollte er darüber zunächst mit dem Psychotherapeuten sprechen. Er kann aber auch noch einen anderen Psychotherapeuten konsultieren.

Der Psychotherapeut wird mit dem Patienten in den ersten Sitzungen besprechen, welche Art der Behandlung er durchführen wird und welche Untersuchungen dafür notwendig sind. Bereits hier ist es sinnvoll, weitere Fragen zu klären:

- Wie sehen die einzelnen Behandlungsstunden ("Sitzungen") aus?

- Wie lange dauert die Behandlung?

- Welche Erfahrungen hat der Psychotherapeut in der Behandlung der vorliegenden

   psychischen Störung?
- Wie erfolgreich kann die Behandlung sein?

Antrag und Beginn der Behandlung

Ab der sechsten bzw. neunten Sitzung wird die Psychotherapie zur antragspflichtigen Leistung. Das heißt: Bis dahin muss der Patient einen Antrag bei seiner Krankenkasse eingereicht und genehmigt bekommen haben. Das entsprechende Formular sowie weitere Informationen erhält er von seinem Psychotherapeuten.

Qualität gesichert

"Psychotherapeut" darf sich nur derjenige nennen, der eine gesetzlich festgelegte und anspruchsvolle Aus- bzw. Weiterbildung absolviert hat. Als Psychotherapeut dürfen sich "Psychologische Psychotherapeuten" und "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten" sowie Ärzte mit einer psychotherapeutischen Weiterbildung bezeichnen.


Kostenerstattungsregelung nach SGB V

Für Patienten, die lange auf einen Psychotherapieplatz warten müssen bietet das Sozialgesetzbuch V (SGB V) eine Möglichkeit eher psychotherapeutischen Hilfe in Anspruch nehmen zu können:

Das SGB V verpflichtet die gesetzliche Krankenversicherung dazu, ihren Mitgliedern rechtzeitig jede notwendige Behandlung zu garantieren. Ist sie dazu nicht in der Lage, muss sie die Kosten übernehmen, die dem Patienten entstehen, wenn er selbst tätig wird‘, sagt Konitzer. Mit anderen Worten: Patienten können auch einen approbierten Psychotherapeuten aufsuchen, der keine Kassenzulassung, aber einen freien Behandlungsplatz hat. Die/der Therapeut/in rechnet in diesem Fall auf Privatrechnung ab.

Um sicherzugehen, müssen jedoch einige bürokratische Hürden überwunden werden: Vorab sollten Sie mit der Kasse klären, ob sie die Kosten nachträglich erstattet. In einem formlosen Antrag sollte ein Hausarzt oder Psychotherapeut bestätigen, dass eine Behandlung notwendig ist. Zudem müssen Sie nachweisen, dass Sie innerhalb eines "zumutbaren Zeitraums" keinen Therapeuten mit Kassenzulassung finden konnten. Als Regel gelten drei Monate. Für diese Zeit müssen Sie genau protokollieren, wann Sie mit welchen Therapeuten Kontakt aufgenommen haben.

Informationen für Hilfesuchende

Sie suchen als Betroffene/r (vor oder nach Organtransplantation, Angehörige von Patienten oder Organspendern, Medizinisches Personal in der Transplantationsmedizin/Organspende) eine psychologische bzw. psychotherapeutische Praxis in ihrer Nähe. Dann wenden Sie sich bitte an:

                                         Burkhard Tapp
                                Tel. (07642) 9 27 93 17 (AB)
                              E-Mail: burkhard.tapp@remove-this.bdo-ev.de

 

Bei einer Anfrage per Mail teilen Sie bitte neben Ihren Kontaktdaten mit, um welche Transplantation es sich handelt bzw. handeln wird, ob Sie jünger als 18 Jahre alt und ob Sie privat krankenversichert sind.

 

Herr Tapp wird sich sobald als möglich mit Ihnen in Verbindung setzen.

 

Da die bundesweite Adressenliste niedergelassener PsychologInnen und PsychotherapeutInnen mit Interesse bzw. Erfahrung mit der Thematik Organtransplantation und Organspende noch im Aufbau ist und diese Thematik in der psychotherapeutischen Praxis bisher nicht so verbreitet ist, können wir leider derzeit nicht garantieren, dass wir für Sie in unserer Adressenliste fündig werden.
Die größte Auswahl haben wir in Nordrhein-Westfalen. Wir werden aber versuchen trotzdem eine Lösung für Sie zu finden!