24.02.2017

Das eigene Leben als bestes Argument

Torsten Klein beim Besuch der Transplantationsstation gemeinsam mit Prof. Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor der Tübinger Uniklinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie (Foto © Thomas Müller / Universitätsklinikum Tübingen)

Patient besucht zum 30. Jahrestag seiner Lebertransplantation die Tübinger Uniklinik

Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen

30 Jahre nach seiner Lebertransplantation am Tübinger Universitätsklinikum führt Torsten Klein ein ganz normales Leben ohne Einschränkungen. Zum „runden Jubiläum“ seiner Transplantation stattete der heute 47-Jährige der Station, auf der er einst vor und nach der Transplantation gepflegt worden war, einen Besuch ab. Ganz bewusst sucht er auch die Öffentlichkeit: Niemand sollte gedrängt werden, einer Organspende zuzustimmen, aber jeder sollte sich mit dem Thema beschäftigen, heißt seine Botschaft.


Es ist eine ganz besondere Verbindung zwischen Torsten Klein, der aus der Nähe von Kirchheim/Teck stammt, und dem Universitätsklinikum Tübingen: Die Ärzte und Pflegemitarbeiter, die ihn vor 30 Jahren begleiteten, sind zwar inzwischen allesamt im Ruhestand. Trotzdem stattet Torsten Klein „seiner“ ehemaligen Station immer einen kurzen Besuch ab, wenn er in der Gegend ist oder einen Nachsorgetermin wahrnimmt. Gleich zweimal ist er außerdem ans Tübinger Universitätsklinikum zurückgekehrt, um „die andere Seite kennenzulernen“, wie er sagt. Vor Jahren hat er ein zweiwöchiges Pflegepraktikum auf der Station 47, wie sie heute heißt, absolviert. Später assistierte er im Rahmen seiner Ausbildung zum Rettungssanitäter noch einmal vier Wochen im Zentral-OP des Uniklinikums.


Als Torsten Klein in der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 1987 in einer zwölfstündigen Operation eine neue Leber erhielt, war er erst der siebte Patient überhaupt, bei dem in Tübingen ein solcher Eingriff durchgeführt wurde. Die seltene Erbkrankheit Morbus Wilson war kurz zuvor bei dem damals 17-Jährigen, der gerade eine Ausbildung zum Modellbauer begonnen hatte, diagnostiziert worden. Sie führt dazu, dass sich mit der Nahrung aufgenommenes Kupfer in der Leber ansammelt und nicht ausgeschieden wird, was eine Leberzirrhose zur Folge hat. Die Ärzte sagten ihm ohne Spenderorgan eine Lebensdauer von nur noch wenigen Wochen oder Monaten voraus. Als er am 6. Mai 1987 nach erfolgreicher Transplantation das Universitätsklinikum wieder verließ, hätte wohl niemand die Prognose gewagt, dass er 30 Jahre später in bester gesundheitlicher Verfassung zu einer fröhlichen Stippvisite vorbeischauen würde.


In der Zwischenzeit wurden in Tübingen beinahe 1000 Lebern transplantiert. Allein seit Prof. Alfred Königsrainer im Jahr 2004 die Leitung der Tübinger Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie übernahm, wurden am Transplantationszentrum Tübingen 1366 Organverpflanzungen durchgeführt. Neben Leber- und Nierentransplantationen werden in Tübingen auch Bauchspeicheldrüsen und Darm transplantiert. Im vergangenen Jahr wurde hier zudem erstmals in Deutschland eine Gebärmuttertransplantation vorgenommen.

 

Trotzdem war der Besuch von Torsten Klein auch für Prof. Königsrainer etwas ganz Besonderes: „Es ist eine tolle Bestätigung und Motivation für uns zu sehen, dass wir mit unserer Arbeit Menschen ermöglichen, über eine so lange Zeit hinweg ein normales Leben zu führen“, sagt er.
Genau das ist bei Torsten Klein der Fall. Als Maschinenbaumechaniker arbeitet er bei einer großen Firma im Schichtdienst, ehrenamtlich ist er als Rettungssanitäter im Einsatz und hat zur Wendezeit außerdem Hilfstransporte nach Rumänien begleitet. Für den Jahreswechsel plant er gerade mit seiner Ehefrau eine Wohnmobilreise durch Australien.


Dass er immer wieder bereitwillig bei Patiententagen oder auf öffentlichen Veranstaltungen von seinen Erfahrungen als Transplantierter berichtet, ist insbesondere für Patienten die noch auf eine Transplantation warten hilfreich, so die Leiterin der Geschäftsstelle des Tübinger Transplantationszentrums, Yvonne Hary. Torsten Klein selbst ist es wichtig, dass sich möglichst jeder Mensch mit dem Thema Organspende befasst. Ganz ohne missionarischen Eifer: Wenn sich jemand bewusst gegen einen Organspenderausweis entscheidet, ist das für ihn völlig in Ordnung. „Mir geht es darum, dass sich die Leute mit dem Thema überhaupt auseinandersetzen“, lautet sein Credo. Sein eigenes Beispiel ist dafür das beste Argument.

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