12.09.2017

Angehörigentreffen in der DSO Region Mitte „Dank und Erinnerung“

Angehörige Franz Eul u. Martina Muscalla, Heiko Maas, PD Dr. Ana P. Barreiros, Dr. med. Axel Rahmel, Transplantierte Wolfgang Kothe u. Katharina Schmidt (v.l.n.r.)

Bundesjustizminister Heiko Maas im Dialog mit Familien von Organspendern

Organspender sind Lebensretter über den Tod hinaus. Sie und ihre Familien verdienen Dank und Anerkennung für dieses größte Geschenk, das ein Mensch an einen anderen Menschen weitergeben kann: Die Chance auf ein neues oder besseres Leben. Bundesjustizminister Heiko Maas setzte mit seinem Besuch des An­gehörigentreffens in Saarbrücken ein Zeichen für mehr gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber den Organspendern und ihren Familien.

Die Veranstaltung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Ärzte­kammer des Saarlandes, zu der Angehörige von Organspendern und Organempfänger eingeladen wurden, stellte den Dank und die Erinnerung an die Organspender in den Mittelpunkt Die Angehörigen erhielten die Gelegenheit des persönlichen Gedenkens an ihren Verstorbenen und zum Austausch untereinander. Über diese sehr emotionalen Momente hinaus ging es in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion darum, die Situation der Angehörigen besser zu verstehen und ihnen auch über die Zeit der Organspende hinaus weiteren Halt und Unterstützung zu bieten.

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, hat bereits seit Jahren einen Organspendeausweis. In der Podiums­diskussion erklärte er: "Die Organspende muss noch stärker in den öffentlichen Fokus gestellt werden, um ihr mehr Selbstverständlichkeit zu verleihen." Dies gelte auch für politische Debatten, die in der Öffentlichkeit ein Zeichen für mehr Wertschätzung und Anerkennung setzen könnten. Letztendlich sei die Entscheidung jedes einzelnen Bürgers wichtig, um das Leben von schwerkranken Patienten zu retten, ergänzte Maas.

Für mehr Wertschätzung und gesellschaftliche Würdigung für die Organspender und ihre Familien setzt sich auch Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organ­transplantation ein. "Wir begleiten viele Angehörige in ihrer schwersten Stunde des Verlustes und der Trauer, in der sie häufig auch noch über Organspende nachdenken und entscheiden sollen. Wir wissen, wie eng Tod und Leben, Verzweiflung und Hoffnung beieinanderliegen und Familien verbinden, die sich niemals persönlich kennenlernen. Die Zustimmung zur Organspende ist ein Akt der Solidarität und Nächstenliebe, der höchste Würdigung verdient - nicht nur hier im kleinen Kreis, sondern gerade auch in der breiten Öffentlichkeit.

Bei etwa 40 Prozent der Verstorbenen ist der Wille bekannt, weil er entweder schriftlich dokumentiert wurde - z.B. in einem Organ­spende­ausweis oder einer Patienten­verfügung oder zu Lebzeiten mündlich mitgeteilt wurde. In allen anderen Fällen obliegt es den Angehörigen, den mut­maßlichen Willen des Ver­storbenen zu ermitteln oder, sofern dies möglich ist, nach eigenen Wertvor­stellungen zu entscheiden. Im Hintergrund steht dabei immer die Befürchtung, womöglich nicht die richtige Entscheidung getroffen zu haben. So ergeben sich bei vielen Angehörigen auch erst nach einiger Zeit neue Fragen: Habe ich das Richtige getan? Wurde der Spender mit Würde behandelt? Würdigen die Empfänger die Entscheidung zur Organspende? Wie gehe ich mit kritischen Stimmen zur Organspende um?

Hier sieht die Geschäfts­führende Ärztin der DSO-Region Mitte, PD Dr. Ana Barreiros, eine wichtige Verantwortung der DSO "Die Menschen, die sich für eine Organspende entschieden haben oder diese Entscheidung für ihre Angehörigen getroffen haben, verdienen Fürsorge, Anerkennung und Antworten auf ihre Fragen. Denn sie spendenselbstlos und ohne eine Gegenleistung zu erwarten - sie spenden, weil sie helfen wollen. Wir lassen die Familien auch nach der Organspende nicht allein. Die Angehörigen können erfahren, ob die Transplantation der Organe erfolgreich war und wie es den Empfängern geht. Wenn die Angehörigen das möchten, laden wir sie zu gemeinsamen Treffen wie diesen ein, an denen auch Organ­empfänger teilnehmen."In der weiteren Diskussion zeigte sich, wie wichtig den Angehörigen der Austausch untereinander - aber auch der Kontakt zu Organempfängern - ist. Durch sie erfahren sie häufig eine persönliche Bestätigung für die Sinnhaftigkeit der Entscheidung zur Organspende. In einer symbolischen Handlung mit sehr emotionalen Worten, Gedichten und Briefen dankten die Transplantierten symbolisch den Familien der Spender und legten Blumen nieder. Die Organspende muss in Deutschland nach dem Transplantationsgesetz anonym bleiben. Das heißt, es darf zum Schutz aller Beteiligten kein Kontakt zwischen der jeweiligen Spenderfamilie und dem direkten Empfänger hergestellt werden.

Jede Lebensgeschichte ist anders und jede Entscheidung zur Organspende wurde freiwillig und individuell getroffen. Manchmal gibt es auch Zweifel, aber meistens überwiegt das positive Gefühl, dem Tod wenigstens etwas von seiner Sinnlosigkeit genommen zu haben.

Quelle: Pressemitteilung der DSO Deutsche Stiftung Organ­spende Frankfurt am Main/Saarbrücken v. 21. August 2017

Besonders wichtig war den Teil­nehmern der Podiumsdiskussion auf die Not­wendigkeit einer persönlichen Danksagung an die Angehörigen der Organspender hinzuweisen, die seit letztem Jahr aus datenschutz­rechtlichen Gründen nicht mehr möglich ist. Aus vielen Diskussionsbeiträgen von Angehörigen und in persönlichen Gesprächen mit ihnen, konnte ich Eindruck gewinnen, dass der unmittelbare Briefkontakt zwischen Spender­familien und Trans­plantierten ausdrücklich ge­wünscht wird. Deutlich wurde in der Diskussion auch, dass die Anonymität zwischen Angehörigen von Organspendern und Organempfängern in jedem Fall gewahrt bleiben muss. Bundesjustiz­minister Heiko Maas versprach, in seinem Ministerium prüfen zu lassen, ob die Möglichkeit eines Danksagungs­briefes nicht wieder zugelassen wird.

Wolfgang Kothe (BDO Regionalgruppe Gießen/Fulda)

 

 

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