Regionalgruppe Gießen/Fulda

Regionalgruppe Gießen/Fulda

Wolgang Kothe

Seit März diesen Jahres sind Andrea Dorzweiler und ich gemeinsam Stellvertreter von Rüdiger Volke und unterstützen ihn bei seiner Arbeit als Regionalgruppenleiter der Regionalgruppe Gießen/Fulda. Mein Name ist Wolfgang Kothe, ich bin 56 Jahre, verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und wohne ca. 20 km nördlich von Gießen in der Nähe des schönen Aartalsees.
Vor meiner Transplantation war ich mehr als 10 Jahre herzkrank und hatte vor zweieinhalb Jahren das große Glück ein geeignetes Spenderherz zu bekommen, das mir in der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim transplantiert wurde. Auch wenn die Zeit der Herzerkrankung und die damit verbunden gesundheitlichen Einschränkungen sowie die Höhen und Tiefen vor der Transplantation mir immer noch gegenwärtig sind, kann ich heute nach der Herztransplantation auf eine wundervolle Zeit mit einer von mir nicht für möglich gehaltenen Lebensqualität zurückblicken. Eine Zeit, die ich nicht missen möchte, in der ich jeden Tag genossen habe und die mir die Hoffnung gibt, dass es noch eine Zeit so bleiben kann und wird. Ich habe heute kaum noch körperliche Einschränkungen im täglichen Leben, wandere oft und sehr viel in unserer mittelhessischen Region, denke dabei an den Spender und seine Angehörigen und bin dabei nicht nur ihnen, sondern auch den Menschen dankbar, die mir in der schweren Zeit der Krankheit geholfen und mir seelischen Beistand gegeben haben. Dabei möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ein ganz besonderer Dank meiner Familie gilt, die mich in dieser langen und oft schweren Zeit begleitet, unterstützt und die Hoffnung auf ein besseres Leben nie verloren hat.
Derzeit warten in Deutschland mehr als 10.000 Menschen auf eine lebensrettende Organspende und das bei einer seit mehr als drei Jahren anhaltenden zurückhaltenden Spendenbereitschaft von noch nicht einmal 900 Organspenden pro Jahr. Ich möchte mit meiner Arbeit im BDO einen kleinen Teil dazu beitragen, dass sich die Spendenbereitschaft in Deutschland wieder erhöht. Dazu gehört, dass Aufklärung und sachliche Diskussionen über das Für und Wider der Organspende in den Vordergrund rücken, um mehr Menschen zu überzeugen einen Organspendeausweis bei sich zu tragen.
Ich halte es darüber hinaus für sehr wichtig, dass wir als Transplantierte untereinander im Gespräch bleiben, Informationen über unsere Krankheiten austauschen, uns gegenseitig unterstützen, damit wir auch Patienten die auf eine lebensrettende Organspende warten, die Angst vor einer Transplantation ein wenig nehmen, um ihnen die Hoffnung auf ein besseres Leben mit einem gesunden Organ geben zu können.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Engagement im BDO hierzu etwas beitragen kann.


Andrea Dorzweiler

Hallo,
ich heiße Andrea, wurde 1982 geboren und wohne in Gießen. Nach meiner Geburt wurde Mukoviszidose diagnostiziert und trotz der ein oder anderen Komplikation konnte ich relativ normal am Leben teilnehmen, mein Abitur machen und ein Studium beginnen. Leider verschlechterte sich mein gesundheitlicher Zustand immer mehr, sodass ich dieses abbrechen musste. Die Jahre bis zur LuTX waren dann vor allem von meiner Krankheit geprägt und ich hatte wenig Energie für anderes. Im April 2013, nach kurzer Wartezeit, wurde ich dann in Gießen doppellungentransplantiert und hatte bisher einen tollen Verlauf. So kann ich mittlerweile wieder ein ziemlich normales und selbständiges Leben führen und mich wieder meinen Interessen widmen.
Neben der Jungen BDO-Gruppe Gießen werde ich mich gerne an der Regionalgruppe Gießen/Fulda beteiligen und hoffe, mit meiner Erfahrung ein bißchen weiterhelfen und Mut machen zu können.


Rüdiger Volke

Mein Name ist Rüdiger Volke. Meine Frau, Ingrid Volke, wurde 2005 in der UKGM-Standort Gießen erfolgreich lungentransplantiert und ist leider, nach 10 geschenkten Jahren, im Jahr 2016 verstorben.
Ich habe den langen Leidensweg meiner lungenerkrankten Frau miterlebt. Nach fast 15 Jahren erfolgloser Suche nach dem Grund, warum meine Frau immer schlechter Atemluft bekommt, fanden wir den Weg zur UKGM. Hier bekamen wir die schockierende Nachricht: „COPD und Lungenemphysem im letzten Stadium.“ Nur eine Lungentransplantation kann Ihnen helfen.“ Bis zu diesem Zeitpunkt bekam meine Frau keine Medikamente, kein Spray, keinen Sauerstoff, nichts, was meiner Frau das Atmen erleichtern könnte.
Nach den von der Uniklinik sofort eingeleiteten medizinischen Maßnahmen war eine, auch äußerlich sichtbare Erleichterung sowie verbesserte Lebensqualität zu verzeichnen.
Einen Organspenderausweis hatten wir bereits seit über 10 Jahren, aber nie daran gedacht selbst als Empfänger in Frage zu kommen.
Nach der Listung zur Transplantation kam eine Wartezeit von fast 3 Jahren, bis der Anruf von der Klinik kam: „Wir haben ein Organ für Sie“ – Wir hatten mit solch einen Anruf nicht mehr gerechnet.
Die Transplantation ist sehr erfolgreich verlaufen.
Wir waren und ich bin noch heute dem Ärzteteam der UKGM und dem Spender unsagbar dankbar.
Ich durfte noch 10 Jahre mit meiner Frau zusammen leben und eine glückliche Zeit erleben.
Ich glaube, mit meiner erlebten Erfahrung, rund um die Transplantation, eine Hilfe für Transplantationsbetroffene sein zu können, auch wenn ich selber nicht transplantiert wurde.

Ingrid Volke, geb. 1944, Einzellungentransplantiert 2005 im UKGM-Gießen nach 2,5-jähriger Wartezeit, und Rüdiger Volke, geb 1941; verheiratet, eine Tochter, zwei Enkel