Erste Ergebnisse der Einführung des Lung Allocation Score (LAS) in Deutschland

Zum 11. Dezember 2011 wurde in Deutschland der LAS zur Vergabe von Spenderlungen eingeführt. Damit wurden die Vorgaben des Transplantationsgesetzes zur Vergabe von Spenderorganen für die Lungen umgesetzt, wonach Dringlichkeit und Erfolgsaussicht für die Organverteilung entscheidend sein sollen.

Im Februar 2014 stellte PD Dr. med. Karsten Wiebe, Oberarzt der Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Münster, im Workshop zur Lungentransplantation beim Arzt-Patienten-Seminar in Münster die ersten Ergebnisse vor, wie sich die Einführung des LAS ausgewirkt hat:

  • 30 % mehr Lungentransplantierte
  • Es werden mehr Patienten mit Idiopatischer Pulmonaler Lungenfibrose (IPF) als vor der Einführung des LAS transplantiert. Dafür erhalten weniger COPD-Patienten eine Lungentransplantation, da diese hinsichtlich des Überlebens nicht von einer Transplantation profitieren.
  • Der mittlere LAS bei zur Lungen-Tx aufgerufenen Patienten liegt bei 41.
  • Die Wartezeit hat sich verkürzt.
  • Der Tod auf der Warteliste hat sich von 21 % auf 15 % reduziert.
  • Der Anteil der von der Warteliste transplantierten Patienten mit Beatmung bzw. an der Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) hat sich verdoppelt.
  • Das kurzfristige postoperative Überleben der Patienten hat sich nicht verändert.

Mit diesen Ergebnissen hat sich die Einführung des LAS als sinnvoll erwiesen.

COPD-Patienten haben trotz der Umstellung auf den LAS eine gute Chance ein Lungentransplant zu erhalten und zwar über die sogenannten Zentrumsangebote. Hier werden Spenderorgane parallel mehreren Zentren angeboten – das Zentrum, welches zuerst akzeptiert, bekommt den Zuschlag. Dieses sind meist Angebote, die bereits durch mehrere Zentren aufgrund von Funktionseinschränkungen, Vorerkrankungen oder höheres Alter des Spenders abgelehnt wurden, oder aber Angebote mit besonderem Zeitdruck (Instabilität des Organspenders), so dass nur die umliegenden Zentren zeitgerecht zur Organentnahme anreisen können.


Quelle:

  • "transplantation aktuell", Zeitschrift des BDO e.V., Ausgabe 1-2014, Seite 4
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